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Stillschweigende Berge wandern leise
fort.
Und ich wandere mit ihnen.
Manch ein Berg soll ja zerlaufen in strömende Flüsse, in
brodelnde Meere, in schwarze Wasser, klebrige Seuche,
stinkende Pest.
Und andere sollen vor Wut brodeln bis die Naht platzt
und wird überschäumen, überrennende Glut, letzter Tage
Geifer.
Sind es Berge, die mit ihrer Spitzen Klingen
Wolkenbäuche schlitze, im Hinterhalt lauern bis die
Wolken, satt und selbstgefällig, schwer wiegend, tiefer
sinkend, Attentäter!, Mensch ertrink!
Da sieh an, das mächtige Schloss aus Stein und Sand und
Geröll und Schand und Schund, sucht sich einen neuen
Grund, nahrhaft auf dem es bauen kann, und versenkt
Häuser bebend im Boden.
Müder, wahrlich müder Totengräber Berg, mag sein Werk,
mag die Tat, schüttelt all die Lasten ab.
Und Attentäter schüttelt weiter, schüttelt weiß herab,
sodass es all Mensch erschlagen mag, meterweit unter
weißer Decke, dass sich die Spitze noch stolzer zum
Himmel recke.
Fern, weit, an einem anderen Ort, halten Feuer wütende
Reden und verbreiten die Kunde schnell von Baum zu Baum
von Bote zu Bote und steigen bis zum Horizont empor, wo
kräuselnder Rauch den Berg beschwor: Eines Tages
Revolution, sag es allen, hier und heut und morgen,
bevor sich der Mensch selbst die Gefahr, sich einer auf
Podeste stellt und ein anderer die Türme fällt.
Heil und der Wahn, Vormärsche und schlafende Wächter,
niemand ist der Wahrheit Pächter.
Mensch bleibt blind und stumm und taub. |
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Es waren einst Wind und Stein.
Und sie liebten sich sehr.
Und das, obwohl der Stein ein grober, grauer Geselle mit
starrem Willen war. Dennoch
genoss er es insgeheim vom Wind gestreichelt zu werden.
Bewegen jedoch, ließ er sich nicht vom Wind, auch wenn
er ihn liebte. Der Wind hätte dem Stein nur allzugerne
an die wunderbarsten Plätze geführt, die er auf seinen
Reisen entdeckt hatte. Doch der Stein war stur und
beharrlich.
Niemand gedachte zu glauben, dass Wind und Stein, Stein
und Wind, wie so nun mal sind, so einig sein konnten, so
voller Liebe für den anderen, so verschieden waren sie,
doch sah niemand, dass sie ineinander das fanden, was
sie selbst nicht waren und jeden Tag lauschten sie mit
Genuss und Vorfreude den Geschichten des anderen.
Und noch ein gutes hatte ihre Liebe, so kannte der Wind
kein zu Hause, doch wusste er immer, wo er seinen Stein
finden konnte, so zuverlässig verharrte er an seinem
Platz. Der Stein seinerseits wusste, dass der Wind ihn
überall finden konnte, selbst wenn flutende Wasser ihn
hinfortzerrten, so ganz gegen seinen Willen. Auf seinen
Wind war verlass, denn er streunte überall und würde ihn
überall unter hunderten von Steinen wiedererkennen.
Und so waren sie unzertrennlich.
Stein und Wind, Wind und Stein, so sollte es sein.
Und da niemand gedachte, dass sich Sturheit und
Leichtigkeit so gut vertrugen, wird es wohl eine Lehre
der Liebe sein. |
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Der schwere Luftzug schlägt dir entgegen.
Niemand sieht auf – alle ab – warten.
Kasse schnappt auf, schnappt zu. Lächeln: Flüchtig. Du
bist hier nur bedingt willkommen. Es geht um das Kommen
und Gehen.
Der Fußboden klebt dennoch… Bei jedem Schritt das
trockene Schmatzen – Kasse auf, Kasse zu- Stöhnen vom
Mann mit schweißnassen Nacken.
Fließband verschleppt weiter Ware – Hand auf, Hand zu,
das Kind im Rücken schreit um der Hitze willen.
Frau in Front vergaß Geld sonstwo und zahlt mit Karte.
Bei jedem Schritt das trockene Schmatzen – passend wäre
schön – Hand auf, Hand zu, Kasse auf, Kasse zu, wie
müßig, immer auf Neue, siehst du nicht?
Und du nimmst das hin, weil du Durst hast. Weil du immer
Durst hast.
Und glaubst du über alledem zu stehen,
bist du nichts weiter als ein geschlagener Sieger,
ein siegreicher Geschlagener. |
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Schleicht man in die verborgenen Winkel ,
so versinkt man in einer Welt aus betörenden Düften,
Zigarettenrauch und obszöner Sinnlichkeit.
Tritt man aus dem Winkel heraus, bleibt nichts als ein
bitterer Geschmack auf der Zunge.
Da umwirbt Fettsucht eine klapprige Schönheit und
schütteres Haar zahlt sein letztes Geld für kirschrote
Lippen.
Ein törichter Greis, zu schnell gealtert, will nur
reden. Ihr ist es recht und verspricht ihm ein hohles
Herz aus Gold.
So hält sich der Mensch verdeckt auf ebener Straße.
Ist allseits geschwätzig in den Ecken.
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Ein neues Narrenschiff aus der Taufe
gehoben
Bankier im Bauch des Schiffes hortet Reichtum und hält
das Beiboot bereit
Der oberste Geistliche, alter Mann und weise, predigte
auf den Reisen Naiven Krankheit an den Hals.
Flüchtlinge, verborgen ohne Brot und Wasser, verharren
still mit den Maden.
Oben auf dem Mast verkündet erstmals ein Schwarzer:
Neues Land in Sicht.
Steuermann muss ihm glauben, weil er kurzsichtig ist.
Ein blinder Passagier namens Justitia musste über die
Planke gehen.
Reibt sich der müde Kapitän den Stumpf und riecht die
Fäulnis – bald daheim:
Das Hafenbecken spuckt Gift und Galle. Die Schiffe
torkeln benommen an den Pieren. Das Wasser frisst sich
genüsslich durch Schichten von Farbe und Metall. Der
Anker fällt. Menschenmassen stehen ehrfürchtig erstarrt
an dem Pier. Da wankt Ein Seebär von Bord und küsst den
festen Boden nicht. Er ist nichts mehr wert.
Ein guter Landgang wird das werden.
Denn hier ist alles voll von Dunst. |
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